Havarie Grosse Ever Given – Wer muss am Ende zahlen ?

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Havarie Grosse Ever Given

Wer muss am Ende zahlen ?

In wie fern tangiert die Havarie Grosse des Containerschiffs Ever Given den Onlinehandel? Wir erklären euch, was es mit der großen Havarie auf sich hat, wer am Ende für den Schaden aufkommen muss und wie ihr als Onlinehändler aus der Suezkanal-Blockade etwas für euch lernen könnt. All das legen wir euch in diesem Video dar.

Havarie Grosse Ever Given - Onlinehändler verlieren alles?

Nachdem sich das unerfreuliche Ereignis im Suezkanal mit dem Containerschiff Ever Given ereignet hat, sind viele Onlinehändler hellhörig geworden, weil sie entweder selbst davon betroffen sind oder aber nun mitbekommen haben, was es heißt, wenn ein Schiff die große Haverie anmeldet. Deswegen wollen wir mit dem Blogartikel für ein wenig Aufklärung sorgen, was die große Haverie ist, warum euch das als Onlinehändler kümmern sollte, was das aus rechtlicher Sicht bedeutet und welches Learning ihr aus diesem Ereignis ziehen könnt, um für euch nötige Vorkehrungen zu treffen.

Was eigentlich passier ist

Dabei sei wie immer gesagt, dass wir keine rechtliche Beratung leisten können und das mit diesem Video auch nicht tun, sondern lediglich informieren.
Zuerst einmal eine kurze Zusammenfassung, was sich eigentlich ereignet hat. Das vom Tiefwasserhafen in Yangshan gestartete Containerschiff Ever Given war auf dem Weg nach Rotterdam. Dieses ist am 23.März. im Suezkanal auf Grund gelaufen, was eine Blockierung dieses Kanals zur Folge hatte. Diese Blockierung hielt auch knapp eine Woche an. Doch warum hat gerade dieses Ereignis für weltweite Schlagzeilen gesorgt? Nicht nur, dass die Fracht dieses Schiffes verzögert ankam, die Blockierung hatte ebenfalls zur Folge, dass 300 weitere Schiffe mit einer Fracht im Wert von über 9 Milliarden Dollar ihre geplante Route zumindest nicht in der vorgesehen Zeit bestreiten konnten. Das beeinflusst dementsprechend auch den gesamten Welthandel, weswegen es auch bspw. temporär zum Anstieg des Ölpreises kam. Was uns hingegen beschäftigt, ist die Frage wer bei einer großen Haverie eigentlich haftet. Doch vorab, was ist das überhaupt?

Was ist eine Havarie Grosse ?

Diese wird im internationalen Seerecht auch General Average gennant und wird in Deutschland durch das Handelsgesetzbuch – kurz HGB geregelt. Demnach steht nun der Evergreen-Reederei ein Aufwendungsersatz zu, der mithilfe des Pfandrechts bzw. der Aufforderung der Zahlung einer gewissen Summe als Sicherheit eingefordert wird. Für Onlinehändler, die eben nicht für diesen Fall versichert sind, kann das eine Existenzbedrohung darstellen. Doch um das Ganze einmal zu konkretisieren, dröseln wir doch mal auf, wie bei einer großen Haverie vorgegangen werden würde.

Havarie Grosse Ever Given - So wird der zu tragende Anteil berechnet

Zuerst einmal gibt es durch diese Haverie ja einen entstandenen Schaden. Dieser ist von den Beteiligten gemeinsam zu tragen. Wie hoch dieser ist und wie, wann, wo die weitere Abwicklung vonstatten geht, entscheidet der Dispacheur oder auch Haveriekommissar genannt. Dieser ist ein amtlich geprüfter Sachverständiger, der für die Verwaltung zuständig ist. Zu dieser Verwaltung zählt dann eben auch die Dispache, also die Ermittlung und Aufnahme von Schäden, sowie die Berechnung der Beitragsquote. Die Beitragsquote ist ausschlaggebend dafür, wie hoch euer zu leistender Anteil ist. Berechnet wird diese aus dem Havariegesamtschaden und dem Beitragskapital. Was der Gesamtschaden ist, ist denke ich selbst erklärend. Das Beitragskapital setzt sich wiederum aus dem Wert des Schiffes, der Ladung, des Treibstoffes und der Gesamtfracht zusammen. Rechnet man nun den Wert des Gesamtschadens x 100 durch den Wert des Beitragskapitals, dann ist das Ergebnis der relative Wert der Beitragsquote, also bspw. 5% oder 10% oder 13,8 %. Diese Beitragsquote muss jeder leisten, der auf dem Schiff etwas befrachtet hat. Das heißt, man würde den Güterwert mit der Beitragsquote multiplizieren und durch 100 dividieren. Dann erhält man die Summe, die von einem selbst als Einlagerer zu verrichten ist. Das heiЯt hier gilt der Grundsatz – Mitgehangen, mitgefangen. Das ist gerade dann ärgerlich, wenn man für diesen Fall nicht versichert ist.

Was kann man nun aus dieser Sache lernen?

Was können wir aus dem Fall "Havarie Grosse Ever Given" lernen?

Dazu hat Mark Steier bereits in seinem Wortfilter-Artikel “Onlinehдndler verlieren alles: Ever Given meldet Havarie grosse” gut zusammengefasst was man als Learning daraus ziehen kann.

Ich zitiere daraus.

“Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eure Container zu versichern. Meistens gibt es von euren Spediteuren Angebote. Achtet in denen darauf, dass ihr auch das Risiko der Havarie Grosse (große Havarie) mitversichert habt. Lieber etwas weniger Geld verdienen (oder besser kalkulieren) als eure Existenz aufs Spiel zu setzen. Selbst wenn ihr versichert seid, wird euch der Warenverlust doch schon was kosten. Bis ihr nun wieder Ersatz habt und lieferfähig seid, dürften Wochen, wenn nicht Monate vergehen!”

Weiterhin führt er aus: “In der Konsequenz ist es wichtig, dass ihr IMMER ein gutes Risikomanagement betreibt. Informiert euch IMMER über die Risiken eurer Geschäftsprozesse!”

Diesem Endstatement können wir uns nur anschließen. Wenn ihr weitere Ausführungen dazu lesen wollt, haben wir den Wortfilter-Beitrag hier verlinkt. 

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