JTL-Wawi Lagerverwaltung
Schon vor langer Zeit, mit dem Ende der alten Wawi Version 0.99780 wurde die Lagerverwaltung in der JTL-Wawi angepasst und hinsichtlich der real existierenden Prozesse ausgerichtet, anstatt Bestandsveränderungen über die Rechnungen auszulösen. Grundsätzlich macht es dabei Sinn, seine Warenlager in der JTL-Wawi entsprechend der tatsächlichen Umstände zu erfassen und anzulegen. Folgend sollen einige Standardvorgänge bzgl. dem Anlegern verschiedener Lager näher erläutert werden.
Update: Dieser Beitrag vom 09.10.2013 wurde am 20.08.2026 aktualisiert.
Anlegen eines Standardlagers
Die JTL-Wawi benötigt in jedem Fall ein Standardlager. Es handelt sich dabei idealerweise um einen Raum oder ein Gebäude, in dem Waren bis zum tatsächlichen Verkauf zwischengelagert werden können. Eine Besonderheit des Standardlagers ist es, dass hier lediglich ein Bestand entsprechender Artikel erfasst wird, nicht jedoch ein genauer Standort innerhalb des Lagers. Onlinehändler mit einem kleinen Sortiment oder Unternehmen, welche gerade erst starten, können ggf. (vorübergehend) mit einem Standardlager arbeiten.
Und so gehen Sie in der JTL-Wawi vor, um ein Standardlager anzulegen:
- Zunächst öffnen Sie das Menü “Lager” und klicken auf “Anlegen: Lager”. Hier wird das Dialogfenster “Lager anlegen und bearbeiten” aufgerufen.
- Ein neues Lager fügen Sie nun hinzu, indem Sie die Schaltfläche “Anlegen” anklicken. Auf der rechten Seite kann dieses nun konfiguriert werden.
- Bitte wählen Sie eine eindeutige Bezeichnung für das Lager und weisen Sie dem Warenlager den Typ “Standard” zu.
- Nun geben Sie die Adressdaten des Lagers ein und drücken anschließend auf “Speichern”.
Anlegen eines Fulfillment-Lagers
Das Fulfillment-Lager weist Ähnlichkeiten zum Standardlager auf. Allerdings bringt es den Unterschied mit sich, dass bei der Auslieferung einige speziell für Fulfillment gedachte Funktionalitäten angewendet werden können. Um das Fulfillment-Lager in der JTL-Wawi anzulegen, müssen Sie zunächst so vorgehen, wie beim Anlegen eines Standardlagers.
- Dann wählen Sie jedoch bei “Typ des Warenlagers” die entsprechende Option “Fulfillment” aus.
- Auch hier werden wieder die vollständigen Adressdaten hinterlegt.
- Unter der Option “Versand” muss nun ein Lieferschein angegeben werden, der für den entsprechenden Fulfillment-Auftrag verwendet werden soll. Zudem muss ausgewählt werden, ob der Schein per E-Mail versendet, gedruckt oder gefaxt werden soll.
- Weiterhin muss gewählt werden, ob der Auftrag direkt an den Dienstleister versendet werden soll.
- Anschließend bestätigen Sie mit “Speichern”.
Anlegen eines FBA-Lagers
Die Abkürzung FBA steht für “Fulfillment by Amazon”. Dem entsprechend handelt es sich auch hierbei um ein Fulfillment-Lagers, mit dem Unterschied, dass die JTL-Wawi mithilfe der Schnittstelle JTL-eazyAuction direkt an Amazon angebunden werden kann.
- Also gilt es zunächst, das Amazon-Konto mit der Schnittstelle JTL-eazyAuction einzubinden.
- Nach dem ersten Versand eines Artikels via Amazon, wird automatisch im Dialogfenster “Lager anlegen / bearbeiten” ein entsprechendes FBA-Lager für das angebundene JTL-eazyAuction-Konto erstellt.
Anlegen eines JTL-WMS-Lagers per Einrichtungsassistent
Ausgangslage: Sie haben bereits die Lizenz für JTL-WMS im Kundencenter aktiviert und möchten nun Ihr Lager mithilfe von JTL-WMS neu einrichten. Hierbei kann Sie der Einrichtungs-Assistent für das WMS-Warenlager unterstützen und Sie entsprechend Schritt für Schritt durch die Einrichtung führen. Nach Abschluss wird das Warenlager automatisch erzeugt und kann zum Beispiel für Lagerplätze, Picklistenvorlagen sowie Versandboxen genutzt werden.
So starten Sie den Einrichtungsassistenten:
- Über Lager > Anlegen: Lager gelangen Sie zu dem Fenster Lager anlegen / bearbeiten.
- Hier wird über “Anlagen” ein neues Lager angelegt.
- Hier wird nun der gewünschte Name / das Kürzel für das Lager angegeben.
- Beim Typ des Warenlagers wird “WMS-Lager” über den Menüeintrag ausgewählt.
Starten Sie nun den Einrichtungsassistenten mit einem Klick auf “Ja”. Nun wird der Assistent Sie durch die weiteren Schritte leiten.
Wie organisiert Odoo mehrere Lager?
Wer sich diese vier unterschiedlichen Lagertypen in der JTL-Wawi einmal genauer anschaut, merkt schnell, dass jeder davon für einen spezifischen Anwendungsfall gedacht ist: Standardlager für die einfache Bestandsführung, Fulfillment-Lager für externe Dienstleister, FBA-Lager speziell für Amazon und WMS-Lager für eine feingranulare Lagerplatzverwaltung. Diese Aufteilung funktioniert gut, bedeutet aber auch, dass man sich für jeden Anwendungsfall mit einem eigenen Lagertyp und dessen spezifischen Einstellungen auseinandersetzen muss. Da wir bei eBakery neben JTL auch Odoo-Projekte umsetzen, lohnt sich an dieser Stelle ein Blick darauf, wie ein vollständiges ERP-System wie Odoo das Thema Lagerverwaltung löst.
Odoo verfolgt bei mehreren Lagern einen einheitlichen Ansatz. Statt unterschiedlicher Lagertypen für unterschiedliche Zwecke arbeitet Odoo mit einem einzigen, durchgängigen Konzept aus Lagern und darunterliegenden Lagerorten, die sich beliebig tief verschachteln lassen. Ein Lager kann so zum Beispiel in Wareneingang, Regale, Kommissionierung und Versandbereich unterteilt werden, unabhängig davon, ob es sich um ein einfaches Zwischenlager oder ein komplexes Fulfillment-Zentrum handelt. Die Feine Granularität, für die man in JTL explizit zum WMS-Lager wechseln muss, ist in Odoo von Anfang an Teil jedes Lagers, kann bei Bedarf aber auch einfach gehalten werden, wenn ein Unternehmen sie nicht benötigt.
Auch das Thema Fulfillment über externe Dienstleister behandelt Odoo nicht als separaten Lagertyp, sondern über sogenannte Routen. Eine Route legt fest, wie ein Artikel durch die Lagerkette bewegt wird, etwa direkt vom Lieferanten zum Kunden, über ein Zwischenlager oder über einen externen Fulfillment-Partner. Dieselbe Logik, die für ein internes Lager verwendet wird, lässt sich also auch für extern betriebene Lager nutzen, ohne dass dafür ein grundsätzlich anderer Lagertyp angelegt werden müsste.
Für die Anbindung an Amazon und andere Marktplätze setzt Odoo, ähnlich wie JTL mit JTL-eazyAuction, auf entsprechende Konnektoren, über die Verkäufe und Bestände automatisch synchronisiert werden. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass ein Amazon-Lager in Odoo kein eigener Lagertyp ist, sondern einfach ein weiteres Lager oder ein weiterer Lagerort innerhalb derselben einheitlichen Struktur, was die Auswertung über alle Vertriebskanäle hinweg vereinfacht.
Ein Punkt, der speziell für wachsende Unternehmen relevant ist: Da Odoo Lagerlogik, Buchhaltung und Vertrieb von Grund auf in derselben Datenbank verwaltet, wirken sich Bestandsbewegungen zwischen mehreren Lagern automatisch auf Bewertung und Buchhaltung aus, ohne separaten Abgleich. Bei JTL bleibt die Lagerverwaltung dagegen in erster Linie ein Werkzeug der Warenwirtschaft selbst, während eine tiefere buchhalterische Auswertung über mehrere Lager hinweg meist über zusätzliche Exporte erfolgen muss.
Was diese Unterschiede in der Praxis bedeuten
Für Onlinehändler mit einem überschaubaren Sortiment und einem oder wenigen klar abgegrenzten Lagertypen, wie sie JTL mit Standard-, Fulfillment-, FBA- und WMS-Lager anbietet, ist die bestehende Struktur nach wie vor gut verständlich und ausreichend detailliert. Sobald aber mehrere Lager unterschiedlicher Art gleichzeitig betrieben werden, etwa ein eigenes Zwischenlager, ein externer Fulfillment-Partner und ein Amazon-Lager, und diese Lager zusätzlich sauber in der Buchhaltung abgebildet werden sollen, zeigt sich der Vorteil einer einheitlichen, durchgängigen Lagerlogik wie bei Odoo.
Bei eBakery begleiten wir beide Wege regelmäßig, sind also sowohl als Odoo Agentur, als auch als JTL Agentur tätig. Für viele Kunden ist die klare Aufteilung in JTL genau richtig, weil sie mit wenigen, klar getrennten Lagertypen arbeitet und wenig Konfigurationsaufwand verursacht. Andere profitieren von der Flexibilität, die Odoo mit seinem einheitlichen Lager- und Routenkonzept bietet, gerade wenn mehrere Lagerarten gleichzeitig verwaltet und zusätzlich buchhalterisch ausgewertet werden müssen. Wer sich unsicher ist, welcher Ansatz zur eigenen Lagerstruktur passt, kann sich gerne bei uns melden. Wir kennen beide Systeme aus zahlreichen Projekten und schauen uns die eigene Situation gerne im Detail an.
Brauchen Sie weitere Hilfe?
eBakery kann Sie umfassend bei der Einrichtung und Nutzung der JTL-Wawi unterstützen. Als JTL Agentur mit langjähriger Erfahrung sowie zahlreichen Referenzen, sind wir in der Lage uns jeder Aufgabe im Bereich JTL anzunehmen. Fordern Sie dazu einfach ein kostenloses Erstgespräch mit uns an.
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Mohamed Ali Oukassi
Gründer & Inhaber von eBakery
Mohamed Ali Oukassi ist Gründer und Inhaber von eBakery und seit 2009 im E-Commerce tätig. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen E-Commerce, ERP-Systeme, Odoo, JTL, Shopify, Shopware, SEO, künstliche Intelligenz und digitale Geschäftsprozesse.






